Sie verwenden den Internet Explorer 6 von Microsoft. Bitte klicken Sie hier um Informationen zur Benutzung dieser Webseite mit Ihrem Browser abzurufen.


Rahmenkonzeption für das Jugendhaus Dortelweil

Konzept

 

0. Allgemeine Beschreibung der aktuellen Situation in Dortelweil

Auf den Stadtteil Dortelweil kommt in den nächsten Jahren eine große Anzahl Kinder und Jugendlicher zu, die einen Treffpunkt zu ihrer Freizeitgestaltung brauchen, um dort ihren verschiedenen Neigungen und Interessen nachgehen zu können. Zudem wird im Stadtteil eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichsten Problemlagen benötigt. Die zur Zeit genutzten Jugendräume in der Alten Bürgermeisterei und der Einsatz des Jugendmobils werden durch den Neubau einer zentralen Einrichtung für die Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil anderen Verwendungsmöglichkeiten zugeführt.

Der Stadtteil Dortelweil ist für die offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Bad Vilbel eine neue Herausforderung. Die zu erwartende Bewohnerzahl aller Altersstufen setzt für die Zukunft ein hohes Maß an personeller als auch organisatorischer Einsatzbereitschaft voraus.

Im Stadtteil Dortelweil ist die Förderung der Kommunikation der Bürger untereinander, gerade aus präventiven Gründen, aufgrund der derzeitigen Gegebenheiten und der zu erwartenden Entwicklung, erforderlich. Durch die teilweise dichte Bebauung und die relative Anonymität der Anwohner kombiniert mit einer hohen Anzahl von Kindern und Jugendlichen besteht die Gefahr eines hohen Konfliktpotentials.

 

1. Die pädagogische Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 6 bis 27 Jahren mit einem Schwerpunkt auf die Altersgruppe von 6 bis 12 und 12 bis 21 Jahren. Heranwachsende, Kinder, Familien und Bürger aus Bad Vilbel, insbesondere aus dem Stadtteil Dortelweil.

Die weitreichenden Möglichkeiten des Jugendhauses sollen für alle Bad Vilbeler Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendhilfe zur Verfügung stehen.

 

2. Der Auftrag/Zielsetzung der städtischen Jugendarbeit

Im Rahmen des Runden Tischs in Dortelweil wurden von Vertretern der Stadtverordnetenversammlung und Vertretern des Fachbereichs Soziale Sicherung zusammen mit Vertretern der Einrichtungen und Vereine folgende Ziele für die Jugendarbeit in Dortelweil erarbeitet.

2.1 Jugendliche

  • Bereitstellung von Rahmenbedingungen zur Ermöglichung persönlicher Beziehungen
  • Drogen- und Gewaltprävention
  • Ernstnehmen der Interessen von Jugendlichen
  • Entwicklung und Wecken von Interessen
  • Perspektiven schaffen
  • Schaffung von Verantwortungsbewusstsein
  • Förderung der Persönlichkeit
  • Förderung der Kreativität
  • Toleranzbildung
  • Vermittlung ideeller Werte
  • Schaffung von Rücksichtnahme
  • Entwicklung sozialer Kompetenzen
  • Erkennung und Förderung von Talenten

2.2 Bürger aus Dortelweil einschließlich aller o.g. Zielgruppen

  • Verbesserung des Bildungsangebots, Wissensvermittlung
  • Integration von Randgruppen
  • Erzeugung von Identifikation mit dem Stadtteil
  • Stärkung von Netzen
  • Stärkung der familiären und nachbarschaftlichen Strukturen
  • Hilfestellung in schwierigen Situationen
  • Verbesserung des Klimas im Stadtteil und der Kommunikations- strukturen
  • Identifikation zwischen den Generationen
  • Förderung der Eigeninitiative
  • Prävention
  • Integration Umsetzung der Forderungen des Sozialgesetzbuches §11 SGB VIII und des KJHG (siehe Anhang)

 

3. Pädagogische Umsetzung/Methoden

3.1 Kundenerwartung

Die Kunden unserer Angebote kommen aus allen sozialen Schichten und allen Nationalitäten die in Bad Vilbel und insbesondere im Stadtteil Dortelweil vertreten sind. Die Jugendarbeit wird aus diesem Grund mit einer vielfältigen und durchaus komplexen Kundenerwartung konfrontiert.

Durch ein vielschichtiges Angebot soll diesen Erwartungen im Dienste des pädagogischen Konzepts entsprochen werden.

3.2 Methoden

  • Systemischer Ansatz: Der Jugendliche kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer im Zusammenhang mit seiner Umgebung (Familie, Schule, Umfeld, Freunde, Wohnort, Kirche, Vereine etc.). Verändert man in dem System einen Faktor, so werden die anderen Faktoren immer mit beeinflusst.
  • Lebensweltorientierte Jugendarbeit
  • Gemeinwesenarbeit
  • Zusammenarbeit mit Institutionen im Stadtteil (Vernetzung)
  • Kooperationsprojekte
  • Veranstaltungen
  • Beratungsangebote
  • Gruppenangebote
  • Fortbildungsangebote/Kurse
  • Vermietung von Räumlichkeiten
  • Nutzung des Hauses unabhängig von Öffnungszeiten (Fahrrad- und Holzwerkstadt, Bandübungsräume)

3.3 Pädagogische Umsetzung

Besonders in Ballungszentren und den damit verbundenen räumlichen Einschränkungen sind Orte, an denen sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zusammenfinden um Ihr kreatives Potential umsetzen zu können, sehr wichtig geworden.

Die räumliche und materielle Ausstattung der Werkstätten sind in diesem Zusammenhang ebenso wichtig, wie das Schaffen einer Atmosphäre, die Möglichkeit zu gruppendynamischen Prozessen und einem ungezwungenen kommunikativen Austausch bietet.

Zur pädagogischen Umsetzung des Konzepts dienen u.a. folgende pädagogische Maßnahmen:

  • Offener Bereich (Cafe),
  • Beratungsangebote/Sprechzeiten
  • Präventionsprojekte im Bereich Drogen- und Gewalt in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern z.B. Schule 
  • Werkstattbereich
  • Ausflüge, Wochenendfahrten
  • Veranstaltungsbereich (Rockkonzerte, Discoparties, LAN - Partys etc)
  • Sport- und Bewegungsorientierte Angebote in Kooperation mit Vereinen
  • Themenzentrierte Angebote (Bildung/ Fortbildung)
  • Medienbereich
  • Kulturarbeit/ kulturelle Bildung
  • Theaterarbeit
  • Neue Medien
  • Kids und Computer
  • Internet/ E-mail / HTML
  • DTP
  • Video
  • Audiotechnik und Proberäume
  • u.v.m.

 

 

4. Team/ Personelle Ausstattung

Das Team wird zunächst aus den vorhandenen Personalressourcen der städtischen Jugendarbeit gestellt. Um den vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden, ist eine personelle Ausstattung des Hauses von mindestens 2 Vollzeit Dipl. Sozialpädagogen/innen als realistische Größenordnung zu sehen. Diese sollten durch den Einsatz von Geringfügig- und Kurzfristigbeschäftigten unterstützt werden.

 

5. Kooperation

Vernetzung und Kooperation bilden einen wichtigen Aspekt in der stadtteilorientierten Jugendarbeit. Angebote für Kinder und Jugendliche werden von den unterschiedlichen Institutionen abgestimmt, um bedarfsorientiert handeln zu können. Ein regelmäßiger Austausch ist dabei unerlässlich. Bewegungen im Stadtteil können somit aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und entsprechende Handlungsstrategien zum frühstmöglichen Zeitpunkt entwickelt werden.

Beispiele hierfür sind Krisenintervention, fachliche Beratung, Kurse, Seminare, Workshops, übergreifende Zusammenarbeit usw. Kooperationsschwerpunkte bilden die Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und der städtischen Suchthilfe und Suchtprävention. Dies bedingt den persönlichen Kontakt und die fachliche Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachkräften. Kinder u. Jugendliche in einer speziellen Problem- oder Krisensituation werden weiter vermittelt, wenn eine angemessene Beratung aus fachlichen oder arbeitstechnischen Gründen nicht geleistet werden kann. Die Kooperation mit anderen Trägern beinhaltet auch die Durchführung gemeinsamer Projekte, wie zum Beispiel die Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Dabei lernen die Kinder u. Jugendliche die verschiedensten für sie wichtigen Institutionen näher kennen. Gleichzeitig werden Schwellenängste abgebaut. Desweiteren umfasst die Kooperation eine professionelle Unterstützung seitens dieser Träger mit Materialien und dem notwendigen "Know how", bis hin zu Fortbildung der in der Kinder- u. Jugendarbeit tätigen Mitarbeiter/innen.

  • Abstimmung der Angebote im Stadtteil, Ergänzung der bestehenden Angebote, Fachlicher Austausch
  • Vereine
  • Schulen
  • Kirchliche Institutionen
  • Polizei
  • Öffentliche Träger und freie Institutionen

 

6. Finanzielle Ausstattung

Städtische Mittel

 

7. Evaluation

Die zeitgemäße Arbeit in der Einrichtung erfordert eine ständige konzeptionelle Weiterentwicklung und Fortschreibung. Dies beinhaltet die Überprüfung von Zielen und Qualitätsstandards und trägt zur Effizienz der bereitgestellten Mittel bei. Zur Qualitätssicherung bedarf es verschiedener Methoden der quantitativen und qualitativen Erfassung von Arbeitsinhalten, Zielgruppe, Angebotsstruktur usw.

 

8. Öffnungszeiten

Das Haus wurde nach modernsten Richtlinien und gemäß der Lärmschutzverordnung so konzipiert, dass eine Nutzung des Innenbereichs uneingeschränkt erfolgen kann. Die Nutzung des Hauses und die Öffnungszeiten werden der jeweiligen Bedarfslage angepasst. Angestrebt ist eine möglichst vielfältige Nutzung auch ausserhalb des pädagogisch betreuten Offenen Bereichs z.B. im Rahmen von Kursangeboten und Workshops, Werkstattprojekten, bzw. in Form anderer Anbieter, Vereine, Kinder- und Seniorengruppen, Bands, Privatvermietungen o.ä.

Mit den Anwohnern wurde vorab besprochen, dass eine Nutzung des an das Cafe angrenzenden Terrassenbereichs bis maximal 22 Uhr erfolgt, mindestens aber bis 20 Uhr. Bei Ruhestörungen im Zeitraum von 20-22 Uhr unterrichten die Nachbarn die zuständigen Mitarbeiter und diese stellen unverzüglich den Betrieb auf der Terrasse ein.

 

9. Schlußbemerkung

Aus den Aufträgen und den Kundenerwartungen ergeben sich folgende Globalziele für die qualitative Arbeit der städtischen Jugendpflege:

Es sollte ein Raum entstehen, der sich als attraktiver Treffpunkt für ein breites Spektrum von jungen Menschen durch seine Vielfalt und Toleranz auszeichnet. Die Dienstleistungen und Produkte die von der Jugendpflege angeboten werden sollen eine kreative Freizeitgestaltung für alle Besucher ermöglichen.

Die Attraktivität soll durch Produkte und Dienstleistungen gewährleistet werden, die sich an den aktuellen sozialen Fragen und Problemen orientieren. Eine kontinuierliche Überprüfung der Nachfrage und der Angebote als auch eine kundennahe Produktentwicklung sollen eine dauerhafte Attraktivität sichern.

Somit kann das Haus zu einer wesentlichen Verbesserung der Angebotsstruktur, der Kommunikation und des Klimas im Stadtteil beitragen, von dem nicht nur Kinder- und Jugendliche und deren Familien, sondern auch Anwohner und Bürger Bad Vilbels und Umgebung profitieren.


Zum Seitenanfang springen.

Tastenkürzel / Access-Key's